Evangelische Stadtmission Heidelberg e.V.

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Donnerstag, 26.09.2019

Europäische Konferenz der Stadtmissionen in Heidelberg und Bad Herrenalb

Ende September trafen sich 110 Mitarbeitende aus europäischen Stadtmissionen zu einer Tagung in Bad Herrenalb. „Living together 2025 – creating community and the contribution of city missions", war das Thema.

Wie wollen wir in Zukunft zusammenleben, wenn sich unsere Gesellschaft immer mehr in unterschiedliche Segmente aufteilt, die nichts mehr miteinander zu tun haben. Die Schere aus arm und reich geht immer weiter auseinander. Junge und Alte leben weit voneinander entfernt. Migranten bilden eigene Wohnbereiche, Innenstadtquartiere werden luxussaniert und für viele unbezahlbar. Menschen wissen nichts mehr voneinander, Vorurteile wachsen. Man redet mehr übereinander als miteinander.

Diese Analyse hat dazu geführt, gemeinsam zu überlegen, was der Beitrag von Stadtmissionen sein könnte, um zur gesellschaftlichen Integration beizutragen. Wir haben Erfahrungen und auch Handlungsspielräume, denn in unseren diakonischen Einrichtungen haben wir mit Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft zu tun.

Prof. Johannes Eurich vom Diakoniewissenschaftlichen Institut der theologischen Fakultät Heidelberg hielt einen Vortrag, in dem er das Thema des Zusammenlebens in zunehmender Pluralität in den Blick nahm und reflektierte, dass „der Andere" für uns immer wieder eine Herausforderung darstellt. Kirche und auch ihre diakonischen Einrichtungen können so zu Lernorten werden, in denen wir in aller Verschiedenheit bewusst zusammen leben und arbeiten. Prof. Andreas Kruse vom gerontologischen Institut der medizinischen Fakultät Heidelberg reflektierte in seinem Vortrag das Zusammenleben der Generationen, stellte empirische Untersuchungen vor und entwickelte daraus Impulse für das Zusammenleben der Generationen im kulturellen, sozialen und persönlichen Bereich.

Dr. Ulrike Hahn, stellvertretende Vorsitzende des Diakonischen Werkes Baden referierte über „wachsende soziale Ungleichheit als Herausforderung für die Diakonie" und Oberkirchenrat Dr. Matthias Kreplin sprach über die integrierende Kraft des Glaubens. In Arbeitsgruppen wurden die verschiedenen Bereiche bearbeitet und Ergebnisse festgehalten.

Ein Besuch bei diakonischen Einrichtungen der Stadtmission in Heidelberg, Schriesheim und im Kraichgau stand in der Mitte der Tagung auf dem Programm. Die Stadt Heidelberg empfing die Teilnehmenden im historischen Rathaussaal und ein Konzert in der Kapelle in der Plöck, der Hauskirche der Stadtmission Heidelberg, mit den beiden Chören manna4voices und Manita rundeten den zweiten Tag ab.

Wichtig ist bei solchen Treffen aber immer auch der informelle Erfahrungsaustausch. Wahrzunehmen, wie sich die konkrete Arbeit mit alten Menschen, mit Kindern, mit Suchtgefährdeten, Wohnungslosen oder Migranten in anderen Ländern gestaltet, ist spannend und bietet vielfältige Impulse. Europäische Gesetzgebung betrifft alle und stellt uns vor gemeinsame Herausforderungen. So ist eine solche Tagung auch nach Meinung der Teilnehmenden allemal ein großer Gewinn.

Matthias Schärr

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