Evangelische Stadtmission Heidelberg e.V.

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Freitag, 29.06.2018

Das Heidelberger Salem für elf Millionen umgebaut – Hopp Stiftung machte es möglich

Es ist ein wunderbarer afrikanischer Spruch, den der Ärztliche Direktor des Salem, Prof. Helmut Seitz, da zitierte und er passte punktgenau: „Wenn Du schnell gehen willst, dann geh alleine. Wenn Du weit gehen willst, dann gehe gemeinsam“. Und ohne dieses Gemeinsame, wäre das evangelische Heidelberger Krankenhaus mit der Strahlkraft weit über die Region hinaus nicht da, wo es heute steht. Denn nicht nur medizinisch ist die Klinik dank der engen Kooperation mit der Universität bestens aufgestellt, sondern auch baulich. Das gesamte Untergeschoss wurde entkernt, neu gestaltet und gestern feierlich eingeweiht. Und hier trifft der Begriff der „Einweihung“ im wahrsten Wortsinn zu, denn Pfarrer Matthias Schärr segnete nicht nur das Haus, sondern fand auch Worte, denen Menschen aller Glaubensrichtungen zustimmen konnten.
Die große Wertschätzung für das kleine Krankenhaus (235 Betten) mit dem hohen Anspruch, zeigte allein die Anzahl der Gäste, die gestern dabei waren. Prof. Uwe Ikinger, Vorstand der Evangelischen Stadtmission konnte unter ihnen Staatssekretärin Bärbl Mielich vom Sozialministerium, Vertreterinnen der Hopp-Stiftung, Manfred Lautenschläger als Beiratsvorsitzenden der Stadtmission und Bürgermeister Wolfgang Erichson begrüßen.
Er war es auch, der dem Ministerium und der Hopp-Stiftung für die Unterstützung dankte. Denn ohne die über sechs Millionen Euro des Ministeriums und die fünf Millionen Euro der Hopp-Stiftung, wäre der Umbau, samt modernstem Computertomografen, überhaupt nicht möglich gewesen. So war es an diesem Morgen kein Wunder, dass der Geschäftsführer des Krankenhauses, Jürgen Unrath, überaus zufrieden mit dem Geschaffenen war, das Patienten wie Mitarbeitern gleichermaßen zugute kommt. Die „Hausarchitekten“ des Salem, das Heidelberger SSV Büro, hatte die Generalplanung übernommen und alles klappte bestens, sowohl von der Zeit, als auch vom finanziellem Rahmen her. Von einer „Herausforderung“ sprach auch Architekt Jan Vochsen. „Schließlich durfte während des zweijährigen Umbaus den Chirurgen im Obergeschoss das Skalpell nicht aus der Hand fallen und dem Koch im Untergeschoss nichts in die Töpfe“. Wenn es nur das gewesen wäre (vergl. Kasten).
„Dietmar Hopp hilft den Menschen da, wo es benötigt wird“, sagte Dr. Ingrid Rupp, Leiterin der Dietmar Hopp Stiftung und erinnerte daran, dass der Mäzen nie vergessen habe, wie er sich als junger Mann hart sein Geld verdienen musste. Dem Salem bescheinigte sie: „Ich habe mich im Vorfeld mit den Mitarbeitern unterhalten und erfahren, dass hier gut mit allen Leuten umgegangen wird“.
Zu einem Plädoyer für die „bedrohten Pflegeberufe“ geriet die Festrede von Staatssekretärin Bärbl Mielich. „Denn wenn es da hakt, das merken die Patienten zuerst“. Sie beklagte, dass in den Krankenhäusern bis zu 70 Prozent zu wenig Personal beschäftigt sei und mahnte eine „deutliche Wertsteigerung“ für die Pflegekräfte an. Eine deutlich umfassendere Ausbildung, verbesserte Arbeitsbedingungen und eine „Mindestpersonalbemessung“ sollen dem entgegenwirken.
Bei Prof. Seitz stieß sie damit offene Türen auf: „Ökonomie und gute Medizin müssen sich nicht ausschließen“, brachte er sein großes Anliegen vor, den Patienten in den Mittelpunkt allen ärztlichen und pflegerischen Tuns zu stellen. „Wir machen ja schon Vieles gut, aber wir könnten es noch besser machen, wenn wir mehr Zeit hätten“. Für Bürgermeister Wolfgang Erichson ist das Salem einfach spitze. Von vielen Kranken werde es gewählt, weil es unschätzbare Vorteile habe: „Hohe Qualität der Dienstleistung, Nähe und Begleitung der Patienten und Angehörigen und Humanität und Ethik aus dem christlichen Menschenbild.“
Ingrid Thoms-Hoffmann