Evangelische Stadtmission Heidelberg e.V.

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Donnerstag, 04.05.2017

Einweihung des gelben Hauses auf dem Talhof

Nach dem "roten" und dem "grünen Haus", ist es das dritte Haus auf dem Talhof, das Anfang Mai nach grundlegender Renovierung eingeweiht werden konnte. Bereits 2006 begannen die Planungen, seit 2014 wurde umgebaut. Jetzt konnte das „gelbe Haus“, das vormals „Haus Kanzelbach“ hieß, in Dienst genommen werden. Im Erdgeschoss wurde der Speisesaal renoviert und es entstanden zwei Gruppen- bzw. Sitzungsräume. Die kleine Küche wurde neu ausgestattet mit Geldern der Richard-Emondts-Stiftung, sodass hier auch Kochkurse im Rahmen der Ergotherapie stattfinden können. Im ersten Obergeschoss stehen nun in einem geschützten Bereich mit separatem Eingang moderne Einzelzimmer für Frauen zu Verfügung. Ein Gästezimmer konnte mit Hilfe der Elisabeth-Schaaf-Stiftung ausgestattet werden. Im zweiten Obergeschoss entstanden neue und helle Zimmer für männliche Bewohner.

Über 100 Menschen aus Politik und Diakonie, von Stiftungen und Unterstützern kamen, um zu feiern. Heidi Farrenkopf, Geschäftsführerin der Wiedereingliederungshilfe der Stadtmission begrüßte die Gäste und ließ die Baugeschichte Revue passieren. Über eine Million Euro wurden in den Umbau investiert. Mehr als die Zahlen betonte sie aber die Wichtigkeit der inhaltlichen Arbeit. Menschen am Rande der Gesellschaft durch eine verantwortlich handelnde Gemeinschaft wieder eine Perspektive zu geben, sei das erklärte und wertvolle Ziel.

Für Dr. Ulrike Hahn, neues Vorstandsmitglied des Diakonischen Werkes Baden, war es der erste Besuch in einer diakonischen Einrichtung seit ihrem Dienstbeginn. Sie freute sich, dass dieser erste Besuch dem Talhof galt. Schon immer waren Menschen am Rande der Gesellschaft in ihrem Fokus. Sie beklagte, dass in unserer Gesellschaft die Schere zwischen Arm und Reich, zwischen „drinnen und draußen“ immer weiter auseinander gehe. Teilhabe zu ermöglichen, ist deswegen mehr denn je ein wichtiges Ziel. Es ist wichtig, dass Menschen sich in ihrer Haut wohlfühlen, sagte sie, neben der ersten, eigentlichen Haut, der zweiten Haut, der Kleidung, ist die Wohnung die dritte Haut, die Geborgenheit und eine sichere gesellschaftliche Aktionsbasis gibt.

Bürgermeister Hansjörg Höfer erinnerte daran, dass auch in Schriesheim immer wieder Menschen leben, denen der Strom abgestellt wird oder die aus ihrer Wohnung geklagt werden und lobte das Engagement der Kirche und ihrer Diakonie, die sich für Menschen einsetzt, die obdachlos geworden sind.

Nachdem Pfarrer Matthias Schärr den Segen erbeten hatte für die Menschen, die an diesem Ort wohnen und arbeiten, dankte Günther Förster als Einrichtungsleiter des Talhofs nochmals allen, die mit dem Umbau zu tun hatten, Handwerkern und freiwilligen Helfern, wie zum Beispiel Mitarbeitenden der Volksbank Kurpfalz, die halfen das Dachgeschoss zu entkernen. Er dankte Mitarbeitenden von Stiftungen und Vereinen und nicht zuletzt seinen eigenen Mitarbeitenden und Bewohnern, die tatkräftig mit angepackt hatten. Anschließend lud er zum traditionellen Frühlingsfest ein, in das die Einweihung eingebettet war.                      Matthias Schärr