Evangelische Stadtmission Heidelberg e.V.

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Dienstag, 23.05.2017

Ausflug der ehemaligen Mitarbeitenden der Stadtmission

Wie jedes Jahr machte sich eine große Gruppe ehemaliger Mitarbeitender der Stadtmission auf zu einem Ausflug. Wie immer wurde Touristisches verbunden mit dem Besuch einer diakonischen Einrichtung.
In diesem Jahr machten sich 65 Personen auf den Weg zum Frankfurter Flughafen. Zunächst stand eine Bustour über das Rollfeld dieses zweitgrößten Flughafens Europas auf dem Programm. Bei der eineinhalbstündigen Fahrt erfuhren die Teilnehmer von gutgelaunten Führern von Logistik und Größe dieses Verkehrsknotenpunktes, an dem täglich mehr Menschen umsteigen, als an allen anderen Flughäfen Europas. 81.000 Menschen arbeiten täglich hier, 330.000 sind täglich hier unterwegs. Wie die Speiseversorgung der Passagiere organisiert wird, wie viel Kerosin täglich verbraucht wird und dass es aus Standpipelines aus Rotterdam kommt, all das gab Anlass zum Staunen. Imposant war, wenn der Bus direkt unter einem einfliegenden Jumbojet hielt und Sound und Größe des Fliegers deutlich zu spüren war.
Nach dem Mittagessen besuchten wir in der Flughafenkapelle den Flughafensozialdienst der Diakonie. Eindrücklich erzählte uns Frau Janotta von ihrer Arbeit. Die Sozialarbeiter dort kümmern sich um Menschen, die ankommen: Menschen ohne Papiere, von Schleppern bis hierher gebracht. Menschen, denen Papiere fehlen oder verloren gegangen sind. Bewegend erzählte sie auch von deutschen Mitbürgern die nach längeren Auslandsaufenthalten hier krank, verarmt, entwurzelt wieder eintreffen. Die Zusammenarbeit mit Botschaften und Ämtern gehört so zur täglichen Arbeit. Auch Menschen, die abfliegen, wird Hilfe geleistet: der Mutter, die mit Kinderwagen und viel Gepäck den Anschlussflug verpasst hat, ebenso wie den Abschiebehäftlingen, die der Sozialdienst auch in der Transitzone begleiten kann. Auch um Menschen auf dem Flughafen kümmern sie sich, über 50 wohnungslose und psychisch oder abhängig kranke Menschen leben ständig auf dem Flughafengelände. Daran lässt sich trotz bester Kontakte zu sozialen Einrichtungen nichts ändern.

Nach einem abschließenden Besuch auf der neu gestalteten Besucherterrasse traten alle nach fünf gelaufenen Kilometern müde, aber voll mit Eindrücken die Heimweise an.

Matthias Schärr